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Warum ich ab jetzt Werbung machen muss – obwohl ich es nicht will

Mandy Capristo hat Schuld

Angefangen hat alles damit, dass ich vor über 6 Jahren ein Interview mit (damals noch) Mandy Capristo gelesen haben. Darin hat sie gesagt, dass ihr liebster Lippenstift von YSL die 02 sei. Da mir die Farbe auf ihren Fotos immer sehr gut gefallen hat, habe ich sie mir direkt rausgesucht und das erste Mal etwas wie einen Swatch gesehen. Dass dies mein Einstieg in die Beauty Blogger /Youtuber Welt war, der ich bis heute verfallen bin war, mir damals natürlich nicht bewusst. So richtig habe ich auch in dem Moment gar nicht verstanden, dass es Beauty Blogs gibt. Ach ja, natürlich habe ich mir den Lippenstift gekauft und war sehr glücklich damit, bis auf die Tatsache, dass er sich in den Fältchen absetzt und so glitschig ist, dass die Farbe nicht da bleibt wo sie hingehört. Die Tatsache war mir damals egal, denn Mandy hat ihn ja getragen.

Mein Start in die Beauty Blog / Youtube Scene

früher war alles….wie ich diesen Spruch hasse

Ich habe den Lippenstift dadurch gesehen und dann gekauft. Kurz gesagt: Mandy hat ihn gezeigt und ich habe ihn gekauft. Ich will gar nicht wissen wie viele Frauen noch. Du auch? 🙂 Damals war die Scene noch relativ neu, obwohl es inzwischen Beauty Blogs gibt die teilweise 9 oder 10 Jahre alt sind. Damals haben wir uns einfach mit einem schönen Hobby beschäftigt. Plötzlich war da eine Gruppe von Frauen die über Make-Up und Co sprechen konnten ohne den Stempel „oberflächlich“ aufgedrückt bekommen zu haben. So gab es mit der Zeit immer mehr Beauty Blogger und Youtuber. Wir waren immer mehr auf der Suche nach Neuheiten, dem neusten heiligen Gral. Haben ihn getestet, vorgestellt und Tutorials damit gemacht. Die Sachen empfohlen oder von ihnen abgeraten. Und je mehr Jahre vergingen desto mehr Neuheiten gab es und umso mehr wurde nachgekauft, weil man sich doch dass ein oder andere Mal von seinem Lieblings Influencer hat einfangen lassen. Bis heute hat sich viel verändert.

Vom Hobby zum Job

es wird professioneller

Nicht nur die Produktpalette auf dem deutschen Markt wird größer, nein auch die Beitrage werden professioneller. Selbst bei den kleinsten Blogs gibt es kaum ein Blog der nicht zumindest mit einer teuren Bridgecamera arbeitet. Blogger stecken viel Zeit in ihr „Hobby“. Selbst Blogger die keinen Cent damit verdienen (wollen) stecken viele Stunden in die Shootings und den Text. Versteht mich nicht falsch, jeder entscheidet selber wie viel Zeit und Aufwand er in seinen Blog steckt, aber jeder selbst anscheinend schnell geschriebener Beitrag bedeutet Arbeit. Wer übrigens behauptet es müssen gute Kameras sein übertreibt. Je nach dem wie gut man fotografiert gibt es extrem gute und erfolgreiche Beauty Blogs, die ihre Bilder nur mit dem Handy machen. Ich nenne hier keine Namen, weil ich nicht weiß ob es dem Blog Recht ist. Wenn du deinen Blog so befüllst, schreib das bitte in die Kommentare. Denn wer mit seiner DSLR nicht umgehen kann macht auch keine besseren Bilder als mit seinem Handy.

Blogger die davon leben, müssen nicht automatisch nur 'Werbung machen'

Tatsächlich kann die regelmäßige Befüllug eines Blogs schnell die Zeit eines Vollzeitjobs in Anspruch nehmen und dementsprechend versuchen immer mehr Blogs damit ihr Einkommen zu verdienen. Als Blogger eignet man sich meistens viele Kenntnisse an und kann diese auch als Dienstleistung verkaufen. Angefangen wie WordPress (für den Blog) funktionert, SEO (damit die Beiträge bei google gefunden werden), Fotografie, Webdesign, Texte schreiben, Fooddesign, usw… Der Wunsch ist legitim und sinnvoll. Wenn ich immer wieder diese Diskussionen lese warum man damit kein Geld verdienen darf, wenn man es nur aus Leidenschaft macht frage ich mich, wer vorschreibt, dass einem die Arbeit keinen Spaß machen darf.

Beitrag über PR Sample = Werbung

Mit der Zeit haben viele Marken gemerkt, dass manche Produkte nach Empfehlungen seiten eines Blogger besonders gut verkauft werden. Relativ früh gab es die ersten Firmen, welche ihre Produkte zum Testen den Bloggern zugeschickt haben. Die Waren kosten die Firmen im Verhältnis wenig.

Jetzt erscheint der Blogger:

  • er fängt an die Sachen zu testen
  • macht Fotos und überlegt sich ein Konzept wie die Fotos besonders ansprechend aussehen
  • evtl. reicht das Objektiv nicht, weil man nicht nah genug herankommt trotzt Bildausschnittes

Also kauft der ein oder andere Blogger ein neues Objektiv, welches meistens den Warenwert locker um ein Vielfaches übersteigt. Berichtet ein Blog gezielt über dieses Produkt z. B. mit Namen und Bezeichnung erwartet der Gesetzgeber inzwischen, dass dies als Werbung gekennzeichnet wird. Ob dieses Produkt inhaltlich empfohlen oder eher davon abgeraten wird interessiert an dieser Stelle nicht. Die Blogger haben in der Regel kein Problem damit ihre Beiträge als Kooperation zu kennzeichnen (Kooperationen sind auch Kooperationen, wenn es keine Bezahlung, sondern nur die Warenprobe zum Testen gibt). Bindet man allerdings z. B. einen zugeschickten Lockenstab in einen Beitrag ein in dem man zeigt wie man Locken macht und das Produkt quasi nur Mittel zum Zweck ist, muss man gar nichts kennzeichnen sofern man dafür keine Zahlung erhält und die Ware einen Wert von unter 1000€ hat.

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Werbung ist nicht gleich Werbung

ich fordere einen differenzierteren Begriff

Immer wieder heißt es, man müsse jeder Kooperation als Werbung kennzeichnen. Und damit fühlen sich Blogger/ Youtuber zu Recht unwohl. Werbung…mit Werbung verbinde ich die Werbeunterbrechung während man seine Lieblingsserie ansieht. Nicht selten wird sie für eine Toilettenpause genutzt. Wer will die schon ansehen, die nervt doch nur. Auswendig gelernte Texte von Schauspielern die keine wirklichen Erfahrungen mit den Sachen haben. Genau hier startet das Problem! Blogger, Youtuber oder Influencer oder wie auch immer wir sie nennen wollen setzen sich sehr wohl mit den Produkten auseinander. Sie testen sie, sie geben Tipps ob sie sich lohnen oder nicht und helfen mit Tipps bei der Anwendung. Dann machen sie sich Arbeit mit den Bildern/ Videos. D.h. man steckt viel Arbeit und Zeit in die Blogs und Kanäle, verdient ggf. kein Cent damit und wird auf die Stufe mit Werbung gesetzt hinter der die ehrliche Erfahrung fehlt. Ich wünsche mir eine differenziertere Kategorie. Ich frage mich gerade ob Stiftung Warentest auch als Werbung gesehen wird. Immerhin testen sie auch und der Testsieger wird danach vermehrt verkauft.

Warum ich ab jetzt alles als Werbung kennzeichne obwohl ich es hasse

Die Strafen für nicht gekennzeichnet Beiträge können extrem hoch sein. Bereits die erste Blogger und Youtuber mussten diese Strafen bezahlen. Laute dem Telemediengesetz muss man selbstgekaufte Produkte nicht als Werbung kennzeichnen, aber ggf. muss man nachweisen können, dass man sie selber gekauft hat.

Sprich: ich soll all meine Kassenzettel aufheben?! Ich habe die nicht mehr und habe nicht vor sie zu sammeln.

Damit ich auf der möglichst sicheren Seite bin werde ich nachträglich alle Beiträge (zum Zeitpunkt des Beitrages werde ich damit noch nicht fertig sein, denn ich möchte, dass ihr vorher Bescheid wisst, warum ich das ab jetzt mache!) als Werbung kennzeichnen, wenn ich keine Bezahlung dafür erhalten habe und wenn ich die Sachen zugeschickt bekommen habe werde ich euch zusätzlich darüber informieren ob ich sie zugeschickt bekommen habe oder nicht. Erhalte ich für einen Beitrag eine Bezahlung werde ich dies natürlich auch als Werbung kennzeichnen. Dies ändert aber nichts daran, das ich weiterhin immer nur meine eigene ehrliche Meinung schreibe.

Teile den Beitrag wenn du auch für Blogger einen differenzierteren Begriff forderst!

Was sagst du dazu, dass echte Werbung mit den Beiträgen der Blogger/ Influencer in einen Topf geworfen wird?

Ich möchte hier zu keiner Hexenjagd aufrufen, ich wollte euch einfach erklären, warum ich mich dazu entschieden habe. Jeder soll es so machen wie er es für richtig hält!

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8 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • Hey Christina 🙂
    Obwohl ich noch nicht so lange (oder genau weil ich noch nicht so lange) dabei bin, musste ich mich oft Diskussionen stellen. Nach kurzer Zeit habe ich mich mit meinem Blog selbstständig gemacht. Ich finde es schön, wenn man mit seinem Hobby auch Geld verdienen kann. Ich muss es nicht und ich bin auf das Geld nicht angewiesen, differenziere mittlerweile ganz genau und nehme ausschließlich Kooperationen an, die zu mir passen.
    Egal ob ich aus Lust und Laune blogge oder aus Kooperationsgründen: Ich schreibe immer meine ehrliche Meinung und da ist es egal ob bezahlt oder unbezahlt.

    Mich persönlich stört diese dämlich Kennzeichnung, denn mir ist durchaus bewusst, dass hinter einigen Beiträgen eine Art Werbung steckt. Hallo? Auf dem roten Teppich tragen die Stars doch auch gesponsorte Kleider und Schmuck – wo sind die kleinen Tags die uns darauf hinweisen, dass es Werbung ist? Mir ist es durchaus bewusst und für mich macht es keinen Unterschied ob ich einen Blogbeitrag lese über dem Das Wort ‚ Anzeige‘ oder ‚Werbung‘ oder was auch immer steht. Wenn mir das Produkt gefällt, dann kaufe ich es und entscheide ich auch nach Symphatie.

    Danke für deinen Beitrag! Ich schalte bei Werbung immer um 😀
    Liebe Grüße
    Nadine von tantedine.de

    Antworten
    • Guten Morgen Nadine,
      warum musstest du diskutieren? Du steckst Arbeit rein, warum sollst du damit kein Geld verdienen? Ich stimme dir so zu und danke dir für deinen tollen Kommentar 🙂

      Ganz liebe Grüße,

      Christina

      Antworten
  • Ich finde es ganz furchtbar, welche Auflagen man dafür bekommt, nur weil man im Verdacht stehen könnte, eventuell ein Produkt beworben zu haben. >_<

    Antworten
  • Du triffst genau den Punkt, der mich auch unheimlich stört. Umso mehr, wenn ich Blogs auf der Webseite von Tageszeitungen sehe, in denen Produkte getestet werden – und dann steht nur ganz am Schluss, dass das Produkt zur Verfügung gestellt worden war. Geschweige denn, wenn Reise- und Autoberichte in der Zeitung stehen, und es gibt gerade einmal irgendwo auf derselben Seite eine kleine Box in der steht, dass diese Berichte womöglich in Zusammenarbeit mit einem jeweiligen Hersteller/Anbieter entstanden sind.

    Noch dazu habe ich etwa manche (naja, sogar die meisten) der Sportuhren, die ich teste und deren Funktionen ich detailliert erkläre, bekommen um sie als Betatester auszuprobieren und dem Unternehmen Feedback zu geben, unabhängig vom Bloggen darüber.

    Und so geht es weiter, noch komplizierter (sogar, was die Gesetzestexte angeht), aber alles soll als Werbung in denselben Topf geworfen werden, ob nun Geld dafür geflossen ist oder „geldwertes“? Ob die Meinungen komplett meine sind oder Werbetexte von Unternehmen (bei mir etwa nie zu finden)?

    Antworten

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